ERDBEERSCHEIBEN GETROCKNET

SELBER MACHEN

Wer selber trocknet, weiß wie der Garten duftet, wenn Erdbeeren auf Dörr-Rahmen in der warmen Sommerluft liegen.
Die Wintervariante ist die Ananas. Auch sie verteilt ihr Aroma sehr intensiv an die Luft, wenn die Heizungswärme sie schonend trocknet. Früchte oder Gemüse für den eigenen Vorrat zu verarbeiten, ist eine sehr sinnliche Beschäftigung, die wertvolle Lebensmittel haltbar macht. Dabei müssen keine Zusatzstoffe verwendet werden und es kann viel schonender gearbeitet werden, als es die Indusrtrie meist tut.

„Warum trocknen Sie denn Erdbeeren? Frisch schmecken sie doch viel besser!“
...... werde ich häufig gefragt.

Tatsächlich sind die frischen Erdbeeren im Sommer wirklich sehr lecker und täglich in allen Variationen auf dem Tisch. Mit Zucker und Milch, zu Eiscreme, oder als Sorbet, mit Schlagsahne, oder als Pudding, im Müsli, als Obstsalat, auf Kuchen. Von den besten kaufe ich immer die doppelte Menge und trockne die eine Hälfte davon für später.

Die kleinen getrockneten Scheiben schmecken nicht nur mir besonders gut, sodass die Vorräte nach kurzer Zeit schon wieder Nachschub brauchen, der leider erst im nächsten Jahr kommt.
 
FRISCHE FRÜCHTE

ERDBEEREN TROCKNEN

Die Erdbeeren waschen, putzen und auf einem Handtuch auslegen, damit das Wasser abtropfen kann. Nur gute Früchte zum Trocknen ver- wenden. Überreife oder von Druckstellen befallene Beeren aussortieren.

Mit einer Mandoline, mit der Brotschneidemaschine, oder mit dem Messer die Früchte in Scheiben schneiden.

Auf einem Dörr-Rahmen die Früchte locker ausbreiten und bei Sonnenschein oder großer Hitze draußen im Garten trocknen lassen. Das dauert je nach Witterung zwischen 1 - 3 Tage.


IDEALE PLÄTZE ZUM TROCKNEN:

_ im Schatten eines Baumes im Garten
_ auf dem Balkon
_ auf dem Dachboden in der Stauwärme
– in einem Trockenschrank, oder einem Dörrapparat
_ im Backofen
_ in der Wohnung hinter einer Fensterfront Süden
_ im Wintergarten
_ auf dem Heizkörper
SCHEIBEN AUF TROCKENRAHMEN
 

WANN IM BACKOFEN

Es braucht immer etwas Glück und Übung im Sommer, der in Deutschland selten konstant warm ist, Obst oder Gemüse gut trocknen zu können. Die stärkste Feuchtigkeit sollte in den ersten zwei Tagen verflogen sein, optimal wäre es, am ersten Tag alle trockenen Scheiben eingesammelt zu haben. 

Mit einem Backofen können Sie zur Not vermeiden, dass sich Schimmel bildet und die kostbaren Früchte verderben. Das passiert bei Dauerregen oder sehr hoher Luftfeuchtigkeit. Müssen Sie dies wider Erwarten befürchten, trocknen Sie bei niederer Temperatur im Ofen. Schneiden Sie die Scheiben ziemlich dünn, suchen Sie sich einen geeigneten Tag mit genügend Sonnenstunden und platzieren Ihren Rahmen an der wärmsten Stelle. Bevor Sie große Mengen trocknen, empfiehlt es sich einige Trockenübungen zu machen. Die eigene Erfahrung ist die beste Garantie für gutes Gelingen, und die Erfolgsergebnisse lohnen den Aufwand von Anfang an.

Der eigentliche Vorteil des Backofens ist die genaue Steuerung der Temperatur. Ideal ist das beispielsweise, um Erdbeerchips zu trocknen. Mit niedriger Temperatur werden sie langsam getrocknet, danach drücken höhere Grade die letzte Restfeuchte raus und um wirklich kross zu werden, bekommen sie eine kurze kalte Dusche im Kühlschrank. weg Die Chips zerklirren beim Essen, wie Glas. Lecker ist das! Probieren Sie das Rezept und verzweifeln Sie nicht, wenn das erste Mal der Krosseffekt nicht perfekt ist. Mit der Zeit wird es gelingen!
ERDBEERCHIPS
 
TROCKNEN IM DÖRRGERÄT
 
 

WIRKLICH DÖRR-RAHMEN?

Der klassische Dörr-Rahmen ist weltweit immer noch im Einsatz, auch wenn die industrielle Trocknung für Großküchenkost oder Fertiggerichte andere Methoden als das Lufttrocknen nutzt.

Die sehr wertvollen Teufelskrallenwurzeln, die nur in Afrika wachsen, werden noch von Hand in Scheiben geschnitten und klassisch auf großen Dörr-Rahmen getrocknet. In der Türkei die Feigen, in Italien Äpfel und in Portugal Tomaten.

Selbst bei uns ist es trotz des wechselhaften Klimas gut möglich zu trocknen, es braucht vielleicht ein paar kleine Tricks, die sich allerdings schnell lernen lassen.

Wir haben einen Dörr-Rahmen entwickelt, der für den Sommer im Garten eine größere Trockenfläche hat und im Winter für einen Heizkörper schmaler gestellt werden kann. Unter KAUFEN sehen Sie mehr und können einen Rahmen bestellen.

Wer Lust hat, kann sich fürs Erste auch selbst ein simples Rähmchen anfertigen und damit kleine Mengen trocknen. Kaufen Sie einen weichen Draht in einem Baumarkt, der in etwa 1 Meter lang ist und einen Durchmesser von 5 mm hat. (Schweißdrähte haben solche Maße). Aus diesem Draht biegen Sie mit einer Zange ein Rechteck oder Quadrat in der Größe Ihres Heizkörpers. Schneiden Sie nun ein Stückchen Fliegendraht aus Stoff in Größe des Rahmens und geben pro Seite ca. 4 cm dazu. Schlagen Sie die Seiten um und nähen den Stoff entlang des Drahtes fest.
GETROCKNETE TOMATENSCHALEN
 
 

DÖRRAPPARATE

Dörrgeräte sind unhandliche merkwürdige Maschinen, die allerdings einen guten Job machen. Ein Ventilator pustet trockene Luft von unten nach oben durch die Drahtmaschen der runden Trockeneinsätze. Davon werden beliebig viele übereinander gestapelt und mit einem Deckel geschlossen. Es gibt auch Geräte, bei denen der Ventilator oben über den Trockeneinsätzen sitzt und die trockene Heizluft nach unten bläst. Auf dem festen Boden liegen die Früchte, die trocknen sollen. Auch hier stapelweise.

Das beste Gerät stellt Stöckli in der Schweiz her. Die Temperaturen können exakt eingestellt werden (von 20° C – 70° C) und eine Zeitschaltuhr verhindert das Vergessen, bzw. reguliert im Voraus. Dörrgeräte verschwenden meiner Meinung nach Energie, denn ein Vergleichstrocknen hat gezeigt, dass die Trockenzeit wesentlich verkürzt wird, wenn das Dörrgerät in einem Schrank steht. Benutzt man das Gerät, wie es sein soll auf dem Tisch stehend, verliert sich viel Wärme im Raum und es dauert wesentlich länger.

In einem einfachen Schrank mit einem Heizventilator können Sie erstens mehr Früchte unterbringen und außerdem die Wärme effektiver nutzen. Diejenigen, die gerne und viel trocknen wollen, werden sich so einen Schrank zulegen.
 

ERDBEERPULVER

Für besondere Geschmacksnuancen ist es spannend, aus den getrockneten Erdbeeren ein Pulver herzustellen. Eine Vorspeise aus einem Carpaccio von Jakobsmuscheln, mit leicht gewärmtem Vanilleolivenöl beträufelt, schmeckt sehr viel besser, wenn Erdbeerpulver es süßsäuerlich abrundet und die Optik dabei etwas auffrischt.

Um das Pulver herzustellen, werden die Scheiben in einer kleinen Kaffeemühle durch die kreisenden Schlagmesser gemahlen. Abhängig vom Feuchtigkeitsgehalt der Erdbeerscheiben wird das Pulver exakt steuerbar sehr fein oder grob werden. Ist die Scheibe noch oder wieder sehr feucht, kleben die Körnchen leicht aneinander und können für eine Kruste verwendet werden. Auch hier entwickeln Sie nach kurzer Zeit ein gutes Gefühl dafür, wie sich die Scheiben beim Mahlen unterschiedlich verhalten. Probieren Sie auch Pflaumen, Äpfel, Aprikosen oder Birnen. Es ist immer die gleiche Vorgehensweise.
ERDBEERPULVER

ERDBEERGUMMI

Saucenfonds werden hergestellt, indem die Flüssigkeit durch starkes Erhitzen reduziert wird. Selbst Apfelsaft kann auf diese Weise mit schönen Gewürzen zu einer feinen Sauce werden.

Nach gleichem Prinzip werden auch fruchtige oder herzhafte Pürees hergestellt, zum Beispiel aus Erdbeeren oder Tomaten.
Entziehen Sie einem Püree im zweiten Schritt nicht mehr durch Kochen, sondern durch Trocknen die restliche Feuchtigkeit, wird daraus eine feste Masse, die weich wie Gummi ist.

Probieren Sie ein Erdbeergummi herzustellen. Im ersten Arbeitsschritt werden mit hoher Hitze die ganzen Früchte ca. 10 Minuten weichgekocht und mit einem Holz gestampft. Danach seiht man das heiße Püree durch ein Sieb und würzt es mit etwas Schärfe und einer passenden Kräutersorte. Rosmarin schmeckt schön mit Erdbeeren oder auch Pflaumen. Dazu kann etwas Chilischärfe, grüner Pfeffer oder auch Ingwer gegeben werden. Auch Minze, Thymian oder Anis harmonieren gut mit Früchten. Für Tomatengummi ist eine klassische Mischung aus Lorbeer, Pfeffer, Salz und Thymian wunderbar schmackhaft.

Das gewürzte Erdbeerpüree kommt ein zweites Mal in den Kochtopf, wird durch hohe Hitze wieder etwas reduziert und als sehr dickflüssige Masse in eine flexible flache Tarteform oder auf eine sehr dicke Folie verteilt.
Im Sommer trocknet das Gummi innerhalb von 2 bis drei Tagen draussen in der direkten Sonne oder drinnen hinter einer Südfensterfront.

Zu Beginn der Heizsaison können Sie Gemüsegummis probieren, die problemlos mit der konstanten, zuverlässigen Heizungswärme trocknen.
Ein Backblech dient dabei als Unterlage für die Backmatte oder Folie, die darauf plan liegen kann. Die Wärme der Heizung wird im Blech gut verteilt, sodass ein köstliches Gemüsegummi entsteht.

ZUM VERZEHR:

In ein Gummi können Fleisch, Fisch und Gemüse gewickelt und zum Essen in dicke Scheiben geschnitten werden. Feine, lange dünne Streifen verfeinern Süßspeisen, wie z.B. Eiscremes, Knödel, oder Kuchen, in die sie eingearbeitet oder separat zum Dekorieren verwendet werden. In kleine Salinos/Rauten geschnitten sind die Gummis gesunde und sehr köstliche Bonbons, die keine Zusätze für mehr Geschmack oder Haltbarkeit brauchen.
ERDBEERGUMMI
 

NICHT NUR ERDBEEREN:

So, wie Sie es am Beispiel von Erdbeeren sehen, können Sie auch andere Früchte verarbeiten.

Pflaumen schmecken frisch oder in dünnen Scheiben getrocknet, als knusprige Chips, zu Pulver gemahlen oder lecker als getrocknete Pflaumenbonbons.

Gartenbesitzer werden auf jeden Fall Ihre Ernte haltbar machen, aber eine Gourmetköchin möchte sicher Gummis oder Pulver daraus herstellen.

Für Kinder gibt es von allem viel zu entdecken, denn die vielen spielerischen Aspekte, die das Trocknen hat, bieten sich dafür unbedingt an.
Diejenigen, die selten kochen, sollen besser bei KAUFEN nachschauen und den anderen werden weitere Tipps und schöne Bilder im Kochbuch EXTRADRY gut gefallen.